Einladung zu Veranstaltungen mit Ali Can am 14. November

 Die Sprachlosigkeit in der Gesellschaft überwinden

 

-        14.00 Uhr, Stadtkirche Ratingen, Lintorfer Straße: Deutsch und etwas anderes – ich habe mehr als eine Heimat, und das ist gut so. Gespräch von Ali Can mit Schüler*innen und Erwachsenen

 

-        19.30 Uhr im Haus am Turm: Ali Can liest aus seinem neuen Buch:   Mehr als eine Heimat. Wie ich Deutschsein neu definiere

 

Eintritt:  frei

 

Bevor  Ali Can und die beiden Veranstaltungen näher vorgestellt werden, ist darzulegen, warum wir es aktuell für so wichtig halten und interessant finden, zu den Ver­anstaltungen mit Ali Can zu gehen. Hier werden innovative Konzepte für ein großes gesellschaftliches Problem angeboten:

 

Wir beklagen uns darüber, dass in der Gesellschaft zunehmend einzelne Gruppen nicht mehr miteinander reden können. Wer eine andere Meinung vertritt, ist nicht mehr nur eine Per­son mit einer anderen Meinung.  Er kann als Gegner, ja als Feind empfunden werden. Es gibt oft nur ganz schwarz oder ganz weiß. In der Gesellschaft herrscht oft Sprachlosigkeit unter­einander. Wie können wir mit AfD–Wählern überhaupt reden, wie erreichen wir sie, wird beispielsweise oft gefragt. Vielleicht wenn wir den Weg von Ali Can gehen.

 

Ali Can ist erst 26 Jahre alt. Gleichwohl hat sich für sein Wirken schon das Fernsehen interes­siert, der Bundespräsident hat ihn empfangen.Weil Ali Can eine besondere  Methode anwendet, mit Vorurteilen, Anfeindungen und Kon­flikten umzu­gehen. Er blendet sie nicht aus, er reagiert nicht mit Verachtung auf die andere Person, er wird nicht aggressiv. Sondern er sucht das Gespräch und begegnet dabei dem Gesprächspartner mit Wertschätzung. Er nimmt dessen Meinung, auch wenn er sie absolut nicht teilt, erst einmal  ernst und begegnet dem Gesprächspartner auf Augen­höhe. Diese Haltung führt oft dazu, dass der Gesprächspartner nicht mit Aggressivität reagiert, sondern sich auf ein Gespräch einlässt. Und so können sich überraschende Gemein­samkei­ten ergeben und Vorurteile abgebaut werden. Die „hotline für besorgte Bürger vom Asyl­bewerber ihres Vertrauens“ drückt diese Intention  aus.

 

Wir glauben, dass Schülerinnen und Schüler auch in ihrem Alltag mit derartigen Situationen konfrontiert werden, und die Methode von Ali Can ihnen helfen kann, damit umzugehen.

Ali Can will die Schülerinnen und Schüler ermuntern, sich hier zu engagieren. Er will am eigenen Beispiel erläutern, dass nicht alles bis ins letzte durchdacht sein muss, es soll einfach mal angefangen werden. Die Schwelle des Engagements ist nicht so hoch.

Und nun zu Ali Can und den beiden Veranstaltungen:

 

Ali Can (Vielrespektzentrum Essen) in Ratingen

Ali Can ist der älteste Sohn einer immigrierten, türkisch-kurdisch alevitischen Familie aus dem Südosten der Türkei. Er ist am 31.10.1993 geboren. 2016 gründete Ali Can mit Freun­den und weiteren Engagierten den Friedensverein "Interkultureller Frieden“   Er ist als Ini­tiator der "Hotline für besorgte Bürger" und des Hashtags #MeTwo, der Menschen mit Migra­tionshintergrund eine Stimme gibt, mittlerweile national, wie auch international be­kannt geworden. Er ist Leiter des Viel­RespektZentrums Essen, Rottstraße 24-26. 45127 Essen, www.respektzentrum.de.

Donnerstag, 14. November 2019, 14.00 Uhr,  in der Stadtkirche Ratingen

Deutsch und etwas anderes - 

                                Ich habe mehr als eine Heimat und das ist gut so!

Darüber will Ali Can ins Gespräch kommen mit Schülerinnen und Schülern, aber auch mit rwachsenen kommen.                                                                                                                  "Woher kommst du?" "Nein, wo kommst du ursprünglich her?" – Ali Can wird erklä­ren, was Menschen mit Migrationshintergrund immer wieder erleben und wie Rassis­mus sich im All­tag zeigt. Doch der Vortrag wird auch ermutigen und Wege zum En­ga­ge­ment gegen Diskri­minierung aufzeigen: nach Dresden zur PEGIDA-Demon­stra­tion fahren, um den dortigen Menschen mit Osterhasen und Offenheit begegnen? Was naiv anmuten mag, war für Ali Can ein Weg, Vorurteile abzubauen. Für Ali Can  ist es wichtig, Gespräche auf Augenhöhe auch mit denen zu führen, die nicht seiner Meinung sind, und so Konflikte offen und konstruktiv anzugehen. Er will Vielfalt und Respekt fördern.

 

Donnerstag, 14. November, 19.30 Uhr, Haus am Turm, Ratingen

Lesung mit Ali Can: „Mehr als eine Heimat   - Wie ich Deutschsein neu definiere"                                     

Ali Can blickt in seinem neuen Buch auf seine eigene Biografie und die seiner Eltern. Zudem befragt er eine Reihe bekannter GesprächspartnerInnen. So kommt er zu dem Schluss: Heimat - das sind letztlich die Werte, die wir teilen. Und an einem offenen, konstruktiven Dialog über sie sollten alle teilnehmen können, die in diesem Land leben und seine Gesellschaft mitgestalten - ob mit oder ohne Migrations­hin­ter­grund. Trotz abstrakter Begriffe wie "Integration" und "Deutschsein" geht es schließ­lich um das Zusammenleben.

Die Altstadtbuchhandlung organisiert einen Büchertisch.

 

Jürgen Lindemann

Für:

AGENDA 21 (AK Eine Welt ) Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) – Amnesty
International – Baha’i Gemeinde Ratingen - Bündnis 90/DIE GRÜNEN – Bund für Umwelt
und Naturschutz (BUND) – Deutscher Gewerkschaftsbund – Eine- Welt-Laden Angermund –
Ev. Kirchengemeinde Ratingen – Frauen gegen den Hunger – Friedensinitiative Lintorf –
Initiative Schalom in der Baptisten-Gemeinde Ratingen – SPD Ratingen