Abseits des Trubels

 

Endlich Ferien!

Endlich raus, endlich ausspannen. Natürlich: Nicht alle haben dieses Jahr das Privileg zu reisen. Auslandsreisen mussten storniert werden. Nicht jede hat ein Quartier in Deutschland oder im benachbarten Europa gefunden. Manchen fehlen in diesem Jahr die finanziellen Mittel. Aber diejenigen, die jetzt losfahren können, freuen sich.

 

Die Erwartungen werden nicht enttäuscht, wenn man sich vorher klarmacht: Die Urlaubstage im Sommer 2021 werden kein Urlaub von Corona. Vorsichtsmaßnahmen werden uns auch an der Ostsee, im Bayrischen Wald und auf Mallorca begegnen. Sie gehören ab sofort zur Urlaubsetikette dazu. Dass man sich anständig in der Fremde benimmt, das erwarten wir ja auch von Gästen, die zu uns kommen.

 

Ich selbst bleibe in Deutschland, Schwarzwald, da fahre ich auch sonst gerne hin. Mein Neffe Niki, er hat coronabedingt wenig Schule, stellt mir gerade „AdT-Wanderungen“, Touren „Abseits des Trubels“ für die Region zusammen. „AdT“ ist wenig los, es lässt sich aber viel entdecken. Volle Strände, Menschenmassen auf Wanderpfaden und eng gefüllte Urlauberpromenaden sind dagegen kein Zeichen von Normalität, sondern zeigen ein Missverständnis. Es wäre neu, dass eine Infektionskrankheit Sommerurlaub macht. Delta versendet keine Abwesenheitsnachricht nach dem Motto „Ich bin dann mal weg“.

 

Wo man sonst Urlaubszerstreuung im Trubel sucht, wird man dieses Jahr also mehr Zeit mit sich selbst verbringen, weil man zum Beispiel mehr Zeit hat nachzudenken. Das ist sicher eine Herausforderung. Aber man trifft auch – und das ist tröstlich – einen weiteren alten Bekannten, so steht es in der Bibel: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich halten, Gott“. Wir treffen Gott „AdT“, abseits des Trubels.

 

Gert Ulrich Brinkmann