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Lichtblick für den 26. Mai:

Gott hört zu

Ein Gottesdienst auf Norderney: „Bittet, so wird Euch gegeben.“

Damit habe ich meine Schwierigkeiten. Ich habe wie viele Menschen Erlebnisse gehabt, da kann ich das Gefühl haben, Gott hat geholfen. Oft wurde ein Gebet aber nicht erhört, auch zur Enttäuschung von Menschen, die intensiv darauf vertraut haben. Und glaube ich denn, dass Gott direkt in die Tagesereignisse eingreift? Was bedeutet dann für mich Beten? Im Dialog mit dem zuhörenden Gott werde ich ehrlich zu mir, und dies tut mir gut im Umgang mit mir und meinen Mitmenschen. Und das dem zuhörenden Gott  gegenüber auszusprechen, was mir auf dem Herzen liegt, das kann auch erleichtern.

Ihr Jürgen Lindemann, Vorsitzender des Presbyteriums

jürgen.lindemann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 25. Mai:

 

 

Gebote, von hinten gelesen

 

14. Gebot: Du sollst weitsichtig handeln.

13. Gebot: Du sollst umsichtig handeln.

12. Gebot: Du sollst vorsichtig handeln.

11. Gebot: Du sollst Deinen Nächsten

                                  lieben wie dich selbst.

 

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de

 


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Lichtblick für den 24. Mai

Klar – es ist kein reines Vergnügen, vor jedem Gottesdienst Masken und Abstände zu prüfen, sich in Listen einzutragen und dann im Gottesdienst auf markierten Plätzen zu sitzen und nicht singen zu dürfen. Aber es gibt durchaus auch positive Seiten: Die Konzentration auf das, was im Gottesdienst zählt, auf Gott und die Erlösung durch Jesus nimmt zu. Lesungstexte werden bewusster wahrgenommen. Und auch ein Liedtext wird bedeutsamer, wenn man ihn nicht singt, sondern mitliest - oder wenn er vorgesungen wird. Derzeit erproben wir auf diese Weise übrigens Lieder, die zwar im Gesangbuch stehen, aber kaum oder gar nicht bekannt sind. Kennen Sie zum Beispiel Lied 199 (Gott hat das erste Wort)? Text und Melodie haben den Gottesdienstbesuchern vor einer Woche gut gefallen. Ich möchte an dieser Krisenzeit auch das Positive sehen: Wir können Gottesdienst, Glauben und Gemeinschaft wieder ernster nehmen – und dadurch viel gewinnen.

Ihr Stephan Weimann, Pastor

stephan.weimann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 23. Mai:

 

Lernen

Die vergangenen drei Monate waren auch eine ziemliche Lernmöglichkeit. Endlich habe ich verstanden, wozu in der Schule mathematische Funktionen aller Art Thema waren. Auf youtube habe ich Statistik-Videos geschaut. Durch die vielen Berichte über Corona-Maßnahmen rund um den Globus habe ich einiges über politische Systeme, Mentalitäten und wirtschaftliche Gegebenheiten gelernt. Auch mein Umgang mit digitalen Werkzeugen aller Art ist deutlich sicherer geworden. Das macht mich dankbar: Gott hat uns Menschen mit flexiblen Gehirnen ausgestattet, sodass wir neugierig sind, die Welt um uns herum verstehen und uns an neue Situationen anpassen können.

 

Ihre Birte Bernhardt, Vikarin

birte.bernhardt[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 22. Mai:

Weinstock

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“, sagt Jesus (Joh. 15, 5). Damit ein Weinstock reiche Früchte trägt, muss er ab und an beschnitten werden. Wir Menschen werden zur Zeit ebenfalls beschnitten. Es gibt Kontaktsperren, Einschränkungen, wann wir wo hingehen dürfen. Nicht wenige Menschen haben Zukunftsängste, Angst um Ihre Existenz. Gottesdienste können nicht im gewohnten Rahmen gefeiert werden, Konfirmationen und Trauungen werden verschoben, andere Feierlichkeiten müssen ganz ausfallen. Doch wie die Reben des Weinstocks glaube ich, dass wir Menschen durch diese Beschränkungen reifen und besser werden, Frucht bringen. Wir fangen wieder an, uns an das Wesentliche zu erinnern. „Was macht mich und meine Mitmenschen glücklich, worauf kommt es mir wirklich im Leben an“. Denn weiter heißt es bei Johannes: „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

Ihr Dirk Oberbanscheidt, Küster  dirk.oberbanscheidt@ekir.de


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Lichtblick für den 21. Mai:

 

Ente

 

Keller aufräumen ist irgendwann mal fertig - und dann?

Dann ist Zeit für Kreativität. Metallskulpturen, bemalte Steine oder Umbauten aller Art. Ich habe meine Inspektion beim Fahrrad auch mal selber gemacht. Ein Freund bastelt an seiner Ente. Manchmal muss man etwas ganz auseinandernehmen, bevor es richtig gut wird.

 

Ihr Frank Schulte, Pastor

 

frank.schulte[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 20. Mai:

Neues wächst

Zwischen Mettmann und Wuppertal hat der Bauer vom „Gut zur Linden“ Parzellen angelegt, die Hobbygärtner mehr als ein halbes Jahr lang beackern können. Er säht Kartoffeln, Kohlrabi, Lauch und Bohnen. Man selbst kann sich noch Kräuterbeete anlegen, Tomaten oder Gurken pflanzen. Eine Freundin bearbeitet ein solches Feld. Sie ist nicht die einzige, die das glücklich macht. Pflanzen, harken, gießen, die Sprösslinge hegen und pflegen – und irgendwann ernten. Eine willkommene Auszeit vom städtischen Alltag. „Ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr es denn nicht?“ (Jes 43,19). Das passiert, wenn Stadtmenschen neue Böden beackern.

 

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 19. Mai:

 

Die neuartige Unsicherheit

Aber was machen wir jetzt mit unserer neuartigen Unsicherheit, die uns zu Leibe rückt? Die Alten haben von Gottvertrauen gesprochen. Das ist eine gute Möglichkeit mit Unsicherheit umzugehen. Wer Gott vertraut, erkennt an, dass man nicht alles im Leben steuern und absichern kann. „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn. Er wird es gut machen,“ liest man zum Beispiel in einem Gebet der Bibel. Die weltliche Schwester des Gottvertrauens ist das Akzeptieren des Lebens, wie es ist. Mit der neuartigen Unsicherheit kann man leben, wenn man sie innerlich annimmt. Es geht, wenn es für einen selbst okay ist, dass das Leben gerade unsicherer ist. Wenn man sich dann persönlich vorsichtig und umsichtig verhält, ist man auf gutem Wege.

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 18. Mai:

Reisepass

Beim Aufräumen fällt mir der Reisepass in die Hände. Ich seufze: Den werde ich so bald nicht nutzen können. Wie schnell sich die Situation innerhalb der letzten Monate geändert hat! Ein paar Stunden später sitze ich abends am PC und durchforste die sozialen Netzwerke. Eine Bekannte lädt zur Videokonferenz mit kirchlichen Mitarbeitenden aus drei Kontinenten ein. Die Studienkollegin aus dem Auslandssemester, die jetzt hoch oben in Nordeuropa lebt, hat ein Kind bekommen. Ein anderer, viel weiter südlich und östlich in Europa beheimatet, heiratet – mit Maske. Die österreichischen Freundinnen suchen nach Ideen für alternative Geburtstagspartys. Schade, dass ich sie so bald alle nicht besuchen kann. Aber schön, dass wir uns sehen und vermehrt am Leben der anderen Anteil nehmen.

 

Ihre Birte Bernhardt, Vikarin

birte.bernhardt[at]ekir.de


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Lichtblick für den 17. Mai:

 

Schmetterling

Vor wenigen Tagen besuchte den Pfarrgarten dieser wunderschöne Schmetterling. Ein sogenannter Schwalbenschwanz. Er zählt zu den schönsten und größten tagaktiven Faltern in Europa. Er war für uns so etwas wie ein hoffnungsfrohes Zeichen in schweren Zeiten. Solche Schmetterlinge sind nämlich seit Alters her christliche Symbole für die Veränderung, die Metamorphose, die der Osterglauben schon heute bei uns bewirken soll: Wir sollen keine Raupen bleiben, für die das Leben angestrengtes Kriechen und Fressen ist. Unser Leben soll durch Jesu Auferstehung leicht und frei werden, damit wir auch in Zeiten von Corona wieder beschwingt aufsteigen können, wie dieser farbenfrohe Schmetterling.

 

Ihr Matthias Leithe, Pastor

matthias.leithe@ekir.de


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Lichtblick für den 16. Mai:

 

Grün, grün, grün ...

 

„Was bleibt sind Glaube Liebe Hoffnung, diese drei.“ schreibt der Apostel Paulus. „Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Aber die Hoffnung ist auch nicht schlecht in diesen Tagen. Der frische, grüne Wald ist in diesen Tagen eine florierende Hoffnungstankstelle.

 

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

 

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 15. Mai:

Danke

 

„Vom Aufgang der Sonne ...“ - ja, das Foto zeigt den gestrigen Sonnenuntergang. Auf- und Untergang der Sonne faszinieren uns. Die Erwartung des neuen Tages und der Rückblick auf den vergangenen Tag. Das Lied geht dann auch weiter: „... bis zu ihrem Untergang, sei gelobet der Name des Herrn.“ Sicher gibt es jeden Abend einen kleinen Grund DANKE zu sagen!


Ihr Frank Schulte, Pastor

frank.schulte[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 14. Mai:

Was wollen Sie sich erhalten?

Auch wenn es manchmal im Straßenbild so ausschaut: Vorbei ist die Pandemie noch lange nicht. Und einiges gibt es sogar, das ich gerne noch länger erhalten würde: Den freundlichen und gelassenen Umgang miteinander in langen Schlangen. Die aneinander interessierten und ehrlich umeinander besorgten Menschen in meiner Nachbarschaft. Die vielen Kreidezeichnungen auf dem Bürgersteig, mit denen Erwachsene und Kinder das Viertel bunter gestalten. Den Willen, auch einmal schnell umzuplanen und Wege zu finden, Dinge zu ermöglichen. Die Abende im Freundes- und Bekanntenkreis, bei denen in Videokonferenzen angestoßen wird. Normalerweise muss jemand heiraten, damit sich alle wieder treffen. Jetzt reicht ein ganz normaler Mittwochabend. Was wollen Sie sich erhalten?

 

Ihre Birte Bernhardt, Vikarin

birte.bernhardt[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 13. Mai:

 

Das Fenster

 

Scheiben aus buntem Glas, bunt wie wir Menschen.

Rot, grün, blau, gelb, orange. Manche Scheiben sind nicht perfekt, sie haben im Laufe der Zeit Risse bekommen. Das ist dem Alter geschuldet. Dennoch werden sie im Verbund zusammengehalten. Die intakten Scheiben halten und stützen die schwach Gewordenen.  In der Krise zeigt sich, dass auch die Schwachen und Alten der Gesellschaft gehalten und getragen werden. Mensch kümmert sich eben.

Ihr Dirk Oberbanscheidt, Küster

dirk.oberbanscheidt[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 12. Mai:

 

Freiraum

Der ungehinderte Blick in den Himmel. Verdankt der Zerstörung des alten Daches. Freiheit gewinnen mit der Bereitschaft, sich auf die neue Situation einzustellen. Nicht ängstlich zurückblicken und dem Alten nachtrauern, sondern kreativ mit der neuen Situation umgehen, dem verdankt sich dieses neue – alte Bauwerk. Nicht nachtrauern, sondern kreativ die neue Situation gestalten, das ist unser Alltag in Corona-Zeiten, wo heute schon wieder etwas anderes gilt als gestern, und keiner weiß, was morgen ist. Anstrengend und chancenreich.

Ihr Frank Schulte, Pastor

frank.schulte[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 11. Mai:

„Der Wind weht, wo er will.“

... sagt ein biblisches Sprichwort.

 

Lachen schleudert Viren durch die Luft.

Singen schleudert Viren in die Luft.

Laut rufen schleudert Viren in die Luft.

Anfeuern im Stadion schleudert Viren in die Luft.

Pusteblumen pusten schleudert Viren in die Luft.

Schade.

Aber die Pusteblume hat es gut!

Sie hat den Wind.

 

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 10. Mai:

Muttertag

Von welchen Müttern erzählt die Bibel? Facettenreich wie immer: Batseba, die von König David zum Geschlechtsverkehr gezwungen wurde und dadurch schwanger wurde. Hagar, die als Leihmutter fungierte und dann von Sara tatsächlich in die Wüste geschickt wurde, als diese selbst Mutter wurde. Lots Töchter, die durch Inzest schwanger wurden, um den Fortbestand der Sippe zu sichern. Salome, die ehrgeizige Mutter, die ihren Söhnen einen Platz ganz hoch oben bei Jesus sichern wollte. Maria, die nicht ausgestoßen wurde, obwohl sie unverheiratet schwanger wurde, Josef rettete ihr Leben durch eine Heirat. Starke und mutige Frauen und Mütter im Buch der Bücher! Entscheidend, damals wie heute: „Schön, dass es mich gibt“, ob als MUTTER – Frau – Ehefrau – Geliebte – Großmutter – Berufstätige – Seelsorgerin ...

Astrid Rosenbaum-Foltin, Lektorin

Astrid.Rosenbaum-Foltin[at]ekir.de


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Lichtblick für den 9. Mai:

Ich schlage Höflichkeit vor

Etwas gefällt mir derzeit richtig gut. Ich bekomme eine Anfrage – per Email, per Telefon, auf der Straße. Und ich habe richtig Zeit, sie sorgfältig und abschließend zu bearbeiten. Wenn Menschen anrufen und fragen: „Haben Sie ein paar Minuten Zeit für mich?“, brauche ich nicht mehr zu sagen: „Klar – aber in fünf Minuten muss ich leider los!“ Es ist Zeit da – um Probleme zu besprechen, Lösungen zu suchen und Missverständnisse auszuräumen. Das wäre auch etwas für die Zeit nach Corona: Eine Sache nach der anderen zu erledigen. Und mit Befriedigung sagen zu können: Das ist jetzt wirklich bearbeitet und beendet. Schön und wirklich gut, wenn der einzelne Mensch voll im Blick ist und die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient. Vielleicht meinte der dichtende Priester Michael Zielonka etwas Ähnliches, als er schon vor Jahrzehnten schrieb: „Ich schlage Höflichkeit vor zur Bewältigung der Umweltkrise.“  

Ihr Stephan Weimann, Pastor

stephan.weimann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 8. Mai:

Befreiung im Hühnerstall

Sie waren noch Kinder am 8. Mai 1945, heute vor 75 Jahren. Und sie sind Zeitzeugen; heute weit in ihren 80ern. Wo sie wohnten, war es ein unspektakulärer Tag. Der Krieg war für sie aus, als die Amerikaner im April in ihre Gegend kamen. Der Schrecken der Bombennächte endlich vorbei! Ihre Mutter verbuddelte, was von den Symbolen der alten Macht in jedem Haushalt vorhanden war, unter dem Mist im Hühnerstall. „Da gehört es auch hin!“ Die Kinder bewundern die Jeeps der Amerikaner. „Befreiung“, das Wort wurde erst später geläufig. Über Radio Luxemburg wurde es zuerst berichtet. „Unsere Demokratie ist es wert, verteidigt zu werden“, sagt einer von ihnen. Dafür bin auch ich selbst dankbar. Was für ein Lichtblick! Heute.

 

Ihr Peter Rindermann, Prädikant

peterrindermann[at]gmx.de


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Lichtblick für den 7. Mai:

Wo bin ich verwurzelt?

Glücklich ist der Mensch,

der in dieser Weise lebt: ...

Ihm macht es Freude,

in der Heiligen Schrift zu lesen.

Tag und Nacht denkt er darüber nach

und sagt Gottes Wort laut vor sich hin.

 

Er gleicht einem Baum,

der am Wasser gepflanzt ist.

Seine Früchte trägt er zu seiner Zeit

und seine Blätter welken nicht.

Alles, was er tut, gelingt ihm gut.

                                                            (aus Psalm 1)

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

 

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 6. Mai:

Geh aus mein Herz

„Geh aus mein Herz und suche Freud“ gehört zu den bekanntesten Liedern im Evangelischen Gesangbuch. Durch die fröhliche Melodie ist es seit langem ein Volkslied. Der Text des Liedes beschreibt der Schönheit der Natur, quicklebendige Tiere und Menschen, die von all dem erfüllt sind. Paul Gerhardt hat dieses Lied vor mehr als 350 Jahren im 30-jährigen Krieg gedichtet. Das war eine Zeit, in der Europa von Zerstörung, Hunger, Seuchen und Elend heimgesucht wurde. Trotzdem schreibt er: „Sieh an der schönen Garten Zier und siehe, wie sie dir und mir sich ausgeschmücket haben.“


Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

 

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 5. Mai:

Tal

Das Schlimmste liegt hinter uns. Der Gipfel ist überwunden.

Die Infektionszahlen sinken. So lauteten die Prognosen der letzten Tage.

Gott sei Dank!

Der Blick hinab ins Tal jedoch verrät, der Weg ist noch weit.

Die Rast am Zaun tut gut, gibt Kraft für das, was vor uns liegt. Andächtig staunend atmen wir Leben.

Und die Perspektive verändert sich: Nicht Ausgesetzte sind wir, sondern - trotz aller Sorgen - immer wieder Beschenkte. 

Ihr Matthias Leithe, Pastor

matthias.leithe[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 4. Mai:

 

Glaube, Hoffnung, Liebe

Im ersten Brief an die Korinther (13, 13)  schreibt der Apostel Paulus: „Was bleibt sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Doch am größten von Ihnen ist die Liebe.Für mich eine der schönsten Stellen in der Bibel. So gibt mir doch mein Glaube an Gott die Hoffnung, dass er alles wieder richten wird. Dass nach dem ganzen Durcheinander wieder Ordnung und Normalität einkehren wird, und die Liebe der Menschen zueinander, ob innerhalb der Familie oder Fremden gegenüber, weiterhin Bestand hat.

Ihr Dirk Oberbanscheidt, Küster

dirk.oberbanscheidt[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 3. Mai:

Normal ist anders

Ein ungewohntes Bild: In der Stadtkirche werden im Moment Desinfektionsspender aufgestellt, Raumpläne studiert, Stühle gerückt und Abstände vermessen. Die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher hat höchste Priorität. Denn ab Sonntag finden hier wieder Gottesdienste statt: Der Maßnahmenkatalog der evangelischen Kirche in Deutschland wurde am Ende als guter Leitfaden bestätigt. Wir in der Stadtkirche sehen diese Gottesdienste nicht als ein Zeichen von Normalität. Vieles wird anders sein als sonst. Aber: Wir können jetzt in der Gemeinde und in der Stadt Zeichen der Hoffnung setzen. Darum geht es in jedem Gottesdienst.

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

 

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 2. Mai:

 

Endlich.

 

Es hat geregnet.

 

Birte Bernhardt, Vikarin

 

birte.bernhardt[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 1. Mai:

Ich bin nicht allein

Wir haben gestern von unserem Freund und Gemeindemitglied Jörg Abschied genommen. Vor vier Jahren hat er für ein Heft der rheinischen Kirche diese Zeilen geschrieben:

„Der Tod hat für mich seinen Schrecken verloren. Wenn es zu Ende geht, ist es in Ordnung, es ist kein Drama. Es gibt ja diesen schönen Ansatz im protestantischen Glauben: Ich werde von Gott geliebt, ohne dafür etwas tun zu müssen. Das finde ich großartig. Natürlich bin ich auch für mein Handeln selbst verantwortlich, aber es gibt jemanden, der mir immerzu beisteht. Ich bin nicht allein, Gott ist bei mir. ... Dieses Gefühl ist auch in mir sehr stark.“

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

 

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 30. April:

 

... bis sie verschwinden draußen am Ozean

 

„Ich seh die Schiffe den Fluss herunterfahren, bis sie verschwinden draußen am Ozean“ so dichtete die deutsche Band „abwärts“ 1990. Ein Ausdruck von Fernweh, weniger touristisch, als vielmehr Ausdruck der Sehnsucht nach einer besseren Welt.

Seit dem verbinde ich mit Flüssen immer diese Sehnsucht. Das dahinströhmende Wasser, die verbindenden Brücken, die Lichter, die den Weg weisen. Der Fluss zieht mich mit, in die Weite, in die Freiheit, dahin, wo Angst und Schmerz vergessen sind. Jesus hat das „Reich Gottes“ genannt und den Menschen von der Sehnsucht danach erzählt.

Ihr Frank Schulte, Pastor

frank.schulte[at]ekir.de


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Lichtblick für den 29. April:

Abendstimmung am Meer

 

Gedankenversunken zwischen Dankbarkeit und persönlicher Ohnmacht angesichts der grandiosen Schöpfung Gottes. Zeit zum Beten:

 

Gott zu Dir rufe ich.

Hilf mir beim Beten

und sammle meine Gedanken zu Dir;

ich kann es nicht allein.

In mir ist es immer wieder finster,

aber bei dir ist das Licht;

ich fühle mich einsam, - gerade in Zeiten von Corona - aber Du verlässt mich nicht;

ich bin kleinmütig, aber bei Dir ist die Hilfe;

ich bin unruhig, aber bei Dir ist der Friede;

in mir ist Bitterkeit, aber bei Dir ist Geduld;

Ich versteh Deine Wege oftmals nicht, aber…

Du weist den Weg für mich.

Darauf vertraue ich.

(Nach einem Morgengebet von Dietrich Bonhoeffer von 1943)

 

Ihr Matthias Leithe, Pastor

matthias.leithe[at]ekir.de


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Lichtblick für den 28. April:

 

Gedankenurlaub

Ich lade Sie zu einem Gedankenurlaub ein. Zum Beispiel auf die Zugspitze. Wussten Sie, dass dort oben Meeresfossilien liegen, Korallen und Muscheln? Unglaublich: die heute fast 3.000 m Höhe ähnelten vor 200 Mio. Jahren den Malediven. Alles fließt! Die Alpen wachsen noch jährlich über 1 mm. Hier in Ratingen wurde 2019 eine fossile Seekuh entdeckt. Vor 28 Mio. Jahren weidete sie auf einer küstennahen Seegraswiese. Vielleicht dort, wo Sie gerade sitzen und lesen! Gleicher Ort, andere Zeit. Meere kommen und gehen, Berge auch. Wir sehen nur den aktuellen Ausschnitt der Wirklichkeit. Wie sieht der heute aus? „Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr“ (Jes.  54,10)

Ihr Peter Rindermann, Prädikant

peterrindermann[at]gmx.de


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Lichtblick für den 27. April:

Die ökumenischen Glocken

 

Ökumenisches Glockenläuten in Ratingen und darüber hinaus und gemeinsam klatschen; Lächeln statt Hände schütteln. Solidarität zeigen bei dem zurzeit gebotenen Abstand. Ja, das geht. Manches, was sich jetzt entwickelt, wäre vielleicht auch in der Zeit nach Corona noch schön, dass Menschen zusammen klatschen oder singen und Glocken gemeinsam erklingen lassen. Denn so „loben wir Gott mit Hörnerschall, loben ihn mit Harfen und Lauten!“ (Psalm 150,3)

Ihr Frank Schulte, Pastor

frank.schulte[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 26. April:

Alles geht langsamer

20 Minuten auf der Straße anstehen zum Blumenkauf, eine Schlange vor dem Drogeriemarkt. Warten vor der Bäckerei. In der Fußgängerzone schiebt man sich nicht einfach durch die Menschen durch, sondern sucht einen breiten, freien Gang. Einkäufe in der Stadt brauchen mehr Zeit. Alles geht langsamer. Ich weiß noch nicht, wie ich mich da einfinde. Das bisherige Konzept, die alltäglichen Dinge flott zu erledigen, funktioniert nicht mehr. 

Das, was der Apostel Paulus an seine Leute in Rom schreibt, hört sich so einfach an: „Ändert euren Sinn, lernt in einer neuen Weise zu denken!“ Aber was fange ich mit mir in der Schlange vor dem Blumenladen an?

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 25. April:

 

Veränderungen

Ich habe kürzlich beim Spazieren gehen eine Raupe entdeckt. Bei ihrem Anblick musste ich unweigerlich an Veränderungen denken. Veränderungen im Lebenszyklus dieser Raupe und auch an Veränderungen, welche die momentan herrschende Krise mit sich bringt. So wie die Raupe eine Entwicklung durchläuft und zu einem schönen Falter wird glaube ich daran, dass die außergewöhnliche Situation, in der wir uns momentan alle befinden, durchaus auch Positives mit sich bringt. Sei es verantwortungsbewussteres Handeln, der achtsamere Umgang mit den Mitmenschen und uns selbst oder soziale Kontakte und die Nähe eines Anderen neu schätzen zu lernen. Um es mit Worten von Oscar Wilde zu sagen: „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.“

Ihr Dirk Oberbanscheidt, Küster

dirk.oberbanscheidt[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 24. April:

Tag für Tag erleben wir herrlichen Sonnenschein. Aber leider sind wir auch viel im Haus. Freizeitbeschäftigungen, die früher selbstverständlich waren, sind nicht mehr möglich. Da regt sich die Fantasie und wir fragen uns: Was können wir tun, um unsere Freizeit mit Sinn zu füllen? Hier sind zwei Ideen: Je älter wir werden, desto mehr hat sich angesammelt: Bilder, Schriften und Gegenstände. Es ist schade, wenn sie einfach nur in Kisten und Regalen verstauben. Also: Aktenordner und Klarsichthüllen besorgen – und schon kann der Ausflug in unsere Vergangenheit losgehen. Nachher ist alles geordnet und interessiert vielleicht auch Kinder und Enkelkinder. Vor Jahren hatten wir so viel Spaß damit: Malen nach Zahlen, die Briefmarkensammlung, das große Puzzle, der Modellbau… Wem beim Stöbern im Keller keine Ideen kommen: Das Internet ist voll davon! 

Ihr Stephan Weimann, Pastor

stephan.weimann[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 23. April:

Kleine Freiheit Traum

 

Kleine Freiheit Traum
Verlass mich nicht

Halte mich in Deinem Herzen
Und gib mir bildlos Kraft
Nimm mich mit auf Deine Reisen
Und schenke mir für den einen
Moment nur das Gefühl
Das Eigentliche mit Dir zu teilen

Kleine Freiheit Traum
Verlass mich nicht

 

Michael Troesser

 

Michael.Troesser[at]t-online.de


Lichtblick für den 22. April:

Endlich – es darf wieder diskutiert werden!

Seit Wochen nur noch Corona in den Nachrichten. Alles, was uns jemals aufregte – vergessen. Doch so langsam wird klar: Die drängenden Probleme sind durch Corona nicht gelöst, nicht mal der Klimawandel. Und so melden sich jetzt wieder Menschen zu Wort, die für die Bildung auch der Kinder eintreten, die kein eigenes Notebook und Drucker haben. Jetzt melden sich wieder Menschen zu Wort, die an die unbegleiteten Flüchtlingskinder in Lagern in Griechenland erinnern und an die Menschen in den Unterkünften in Ratingen. Ja, und „Fridays for Future“ rufen für übermorgen zum ersten „Online Schulstreik“ auf. Lasst uns mitdiskutieren!

Ihr Frank Schulte, Pastor

frank.schulte[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 21. April:

Herz

Das Bild stellt eine kleine Auswahl meiner Herzsammlung dar. Mich spricht die Symmetrie der Herzen an. Zudem verbinde ich mit ihm natürlich die Liebe. Es sind teilweise herrliche Handschmeichler und sie erinnern mich an Situationen, an Erlebnisse oder Orte, wo ich sie erwarb. Ein Vers in Sprüche 13, 12 scheint mir hierzu passend: „Hoffnung, die sich verzögert, ängstigt das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens“. Im Alten Testament ist das Herz der Ort der Weisheit und des Verstandes – zum Verstehen bestimmt!  Zum Verstehen der Beziehung des Menschen zu Gott. Das Herz ist vielen von uns schwer geworden seit einigen Wochen. Ein Hoffnungsschimmer taucht auf, da Lockerungen unserer Kontaktsperre in Aussicht gestellt werden. Das Herz kann uns trotz aller Ungewissheiten leichter werden, da wir im Grunde unseres Herzens wissen „wenn aber kommt, was man begehrt, das ist der Baum des Lebens.“

Astrid Rosenbaum-Foltin, Lektorin

Astrid.Rosenbaum-Foltin[at]ekir.de


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Lichtblick für den 20. April:

Die Mauer

Seltsam, wir haben nur elektronischen Kontakt zu unseren Freunden, wir sind wie gefangen hinter Wänden. Da fällt mir Pink Floyd ein, das legendäre Album „The Wall“. Da hat sich ein junger Mann in seinen Gedanken hinter einer Mauer eingesperrt. Eine Riesen-Mauer hat sich bei den Konzerten von Pink Floyd damals aufgebaut. Aber am Ende fällt sie zusammen. Der junge Mann trifft sich wieder mit Menschen außerhalb der Mauer. Und wie machen wir das? Unsere Nachbarin gab mir letztes Wochenende ein kreatives Beispiel: Sie schleppte eine Gartenbank in den Vorgarten, stellte ein Glas Wein hinzu, ging zurück in ihre Wohnung und setzte sich an ihr Wohnzimmerfenster. Dann kam ihre Freundin zu Besuch, die beiden erzählten und tranken Wein. Tolle Idee, die Mauer war weg.

Ihr Werner Geschwandtner, Diakon

werner.geschwandtner[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 19. April:

 

Hoffnungsträger

Der Wochenspruch für die neue Woche lautet: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten (1. Petrus 1,3). In diesen Lobreigen wollen wir einstimmen. Gott schenkt uns Christen lebendige Hoffnung, er zeigt große Barmherzigkeit. Die von Gott geschenkte Hoffnung ist untrennbar verbunden mit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Der Gott, der seinen Sohn aus dem Tod zu neuem Leben führte, der hat garantiert auch Kraft, einen Gescheiterten oder Verzweifelten mit neuer Zuversicht zu erfüllen. Gott ist unser Hoffnungsträger. Dafür loben und preisen wir ihn. Ostern, Pfingsten und durch die Zeiten hinweg.

Ihre Siegfried Pietzka, Prädikant

S.Pietzka[at]t-online.de

 

 


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Lichtblick für den 18. April:

Weißt du, wieviel Sternlein stehen?

1837 schrieb Wilhelm Hey ein Kinderlied, das auch viele Erwachsene bis heute gerne singen: „Weißt du, wieviel Sternlein stehen?“ Er beruft sich dabei auf den Propheten Jesaja im Alten Testament: „Hebt eure Augen auf in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.“ Dass Gott uns liebhat, sah der Prophet daran, dass Gott alle Lebewesen beim Namen ruft. Ihm fehlt auch nicht eines. Während wir uns mit unseren Sorgen und Problemen quälen, tut Gott erstaunliche Wunder. Manchmal ist es gut, sich das zu sagen, was Wilhelm Hey aus all den Ordnungen und Wundern Gottes schließt: „Er kennt auch dich und hat dich lieb.“

Ihr Stephan Weimann, Pastor

stephan.weimann[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 17. April:

 

Wann wieder Gottesdienst?

„Wann feiern wir denn wieder Gottesdienste bei uns in der Kirche?“ Die Frau stellt mir die Frage nach einem längeren Telefongespräch über Corona, die Enkel, ihr Alleinsein und wie dankbar sie ist, dass andere für sie einkaufen. Mir ist klar: Keiner kann ein Datum nennen, ab wann das wieder verantwortlich ist, dass wir uns zum Gebet versammeln. Mir fällt ein Satz des Apostel Paulus ein, der einmal geschrieben hat, der Gottesdienst solle vernünftig geschehen, er solle dem Willen Gottes entsprechen. Darum frage ich die Dame: „Was glauben Sie denn, was ist denn im Moment vernünftig?“ Sie überlegt einen Moment: „Dass wir gesund bleiben. Wir müssen Geduld haben.“

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 16. April:

Kräuter am Wegesrand

Der Frühling ist da: Man riecht es und man sieht es. Wer unterwegs ist, sieht die Kräuter überall am Wegesrand sprießen. Mir läuft dabei immer wieder das Wasser im Mund zusammen, wenn da Giersch, Lauchhederich, Löwenzahn, Gundermann, Brennnessel oder Taubnessel sich verführerisch im Windhauch wiegen. Ja, da spuken mir Rezepte, die nach Frühling schmecken, im Kopf herum. Manchmal koche ich dann eines von ihnen oder freue mich einfach nur darüber, dass ich es kochen könnte. Wer Lust hat mal eines auszuprobieren, kann ja im letzten Gemeindebrief „Evangelisch in Ratingen“ nachschauen oder auch das neue Rezept der Kochkachel unserer Homepage anklicken.

 

Ihr Frank Schulte, Pastor

frank.schulte[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 15. April:

Thomas

Ich bin ein Thomas! Ich will fühlen! Wie der Jünger Thomas. Das Geheimnis von Ostern will ich fühlen. Am liebsten mit allen Sinnen! So wie als das heiße Wachs der Osterkerze versehentlich auf meine Finger tropfte. Egal. So wie ihr Licht das Dunkel einfach auf fraß und in der Nacht hell schien. Ich will fühlen: Die Menschen um mich herum, liebe Menschen herzen und ihnen nahe sein. Doch Fühlen geht gerade (noch) nicht. Ob es so sein wird, wenn ich es wieder tun darf, wie bei Thomas? „Reiche deinen Finger her und reiche deine Hand her“, sagt ihm der auferstandene Jesus, als er ihn fühlen will (Joh. 20,27). Für wie selbstverständlich hielt ich das! Menschen fühlen. Das wird ein Ostererlebnis, wenn das wieder mit den Menschen um mich herum möglich sein wird! Bis dahin werde ich es bewahren.

Ihr Peter Rindermann, Prädikant

peterrindermann[at]gmx.de


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Lichtblick für den 14. April:

Unterwegs mit dem Rad

 

Das gute Wetter hat mir den Umstieg von Bus und Bahn aufs Fahrrad sehr erleichtert. Auch wenn es manchmal viel länger dauert, ein Ziel so zu erreichen: Am Wegesrand habe ich viele Entdeckungen gemacht. Plötzlich kenne ich Ecken in der Region, von denen ich vorher nur wusste, wo sie sich in etwa auf dem Stadtplan befinden. Und während ich so vor mich hintrete, am Rhein, an Kirchen und Feldern vorbei, durch Straßen, die von blühenden Bäumen gesäumt sind (Kitsch lässt grüßen!), überfällt mich eine merkwürdige melancholische Freude. Es ist nicht schön, einen großen Bogen um Menschen machen zu müssen und Selbstverständliches sein zu lassen. Aber: Die Jahreszeiten lassen sich nicht aufhalten. Die Sonne scheint. Gott hat an Ostern gezeigt: Er hat den Tod überwunden.

Ihre Birte Bernhardt, Vikarin

birte.bernhardt[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für Ostermontag, den 13. April:

Auferstehung

In der Versöhnungskirche in Ratingen West hängt an der Stirnwand ein Oster-Triptychon von Dietrich Stalmann. Es ist wie eine Predigt. Eines der Bilder trägt den Titel "Osterspaziergang". Im Hintergrund zwischen den Häusern leuchtet rot das Osterfeuer. Von dort kommen Menschen in Blau. Das Blau des Himmels steht als liturgische Farbe für Freiheit, Sehnsucht und Erwartung. Die „blauen“ Menschen auf dem Bild von Stalmann kommen schlendernd vom Osterfest her. Die Hände in den Taschen wirken gelassen: „Was soll uns nach Ostern noch aus der Ruhe bringen? Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! - Wir sind gewiss: Im Leben und im Sterben können wir niemals tiefer fallen als in Gottes Hände.“ Diese Zuversicht wünschen wir allen in diesen Zeiten.

Ihr Matthias Leithe, Pastor       matthias.leithe[at]ekir.de


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Lichtblick für Ostersonntag, 12. April:

Osterkerze

Seit die katholische Gemeinde St. Peter und Paul vor über 20 Jahren wegen der Sanierungsarbeiten in ihrem Gotteshaus ein Jahr lang in der Stadtkirche zu Gast war, bekommt die evangelische Kirchengemeinde ein besonderes Ostergeschenk: Ein Mitglied des katholischen Pfarrgemeinderates überbringt im Ostergottesdienst die Osterkerze. Diese Kerze begleitet die Stadtkirche dann ein Jahr lang durch alle Gottesdienste. In diesem Jahr hat Ralf Gassen uns diese Kerze schon vorab gebracht. Wir haben sie während des ökumenischen Osterläutens in der Osternacht entzündet. Sie ist so ein gemeinsames Zeichen dafür, dass das Licht stärker ist als die Finsternis.

 

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 11. April:

Ein Apfelbaum mit 87 Jahren

Im gepflegten Vorgarten ihres Hauses treffe ich eine der Ältesten unserer Gemeinde. Wir sprechen natürlich über Corona und allgemein über Katastrophen. Sie sagt: „Ich war 13, als der Krieg endlich vorbei war. Die Zeit damals habe ich noch in schlechter Erinnerung.“ Wir reden weiter. Heute hofft sie, dass wir alle durch die Krise darüber nachdenken, was wirklich zählt im Leben, was wichtig ist, wenn sich alles ändert. Ich erinnere mich an eine Frau, die etwa in ihrem Alter sein muss, die 1943 als Mädchen nach einem Jahr Kinderlandverschickung zu Hause auf dem Bahnhof ankommt. Ihr Vater holt sie im Schlafanzug auf dem Bahnhof ab mit den Worten: „Alles ist weg!“. In der Nacht hatten Bomben das Haus der Familie zerstört. Noch ein Satz des Vaters hängt an dieser Geschichte: „Schau nicht zurück und häng dein Herz nicht an irdische Dinge.“ Ich muss weiter, frage die alte Dame, was sie jetzt noch vorhat. „Ich gehe in den Garten und gieße den Apfelbaum, den ich zum letzten Geburtstag gepflanzt habe.“ Ob ich das auch mit 87 Jahren noch täte?

Ihr Thomas Gerhold, Pastor     thomas.gerhold[at]ekir.de


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Lichtblick für den 10. April:

 

Karfreitag - Das Kreuz mit der Trümmerblume

Am Karfreitag steht das Kreuz Jesu im Mittelpunkt. In der Paul-Gerhardt-Kirche in Tiefenbroich wurde es vom Künstler Wolfhart Röhrig auf ganz besondere Weise gestaltet. Den Hintergrund bildet eine Dornenkrone – aus verbogenem Moniereisen. Das Kreuz darauf ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Und in der Mitte des Kreuzes befindet sich ein ungeschliffener Bergkristall. Röhrig selbst erklärt sein Werk folgendermaßen: Nach dem Krieg lagen bei uns überall Betontrümmer herum, aus denen wirr das Moniereisen herausragte. In all der Verwüstung blühten aber kleine Blumen. Wir nannten sie Trümmerblumen – ein Zeichen der Hoffnung. So ist auf der Dornenkrone in der Paul-Gerhardt-Kirche, die an die Verwüstungen des Krieges erinnert, das Kreuz Jesu zwar kaum zu sehen. Aber es ist da. Und in seiner Mitte blüht ein Kristall als Trümmerblume.

 

Ihr Stephan Weimann, Pastor

stephan.weimann[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 9. April:

Gläser klingen

Erinnern Sie sich noch, als sie das letzte Mal in großer Runde zusammen gegessen haben? Bei dem einen mag das weit vor Corona gewesen sein, bei dem Anderen kurz davor. Aber bei allen ist das jetzt schon wieder Wochen her. Erinnern Sie sich an das Glas, aus dem Sie getrunken haben? An dessen Inhalt? An die Menschen, mit denen Sie angestoßen haben? An den Klang der Gläser? Hätten Sie gedacht, dass das erst mal länger nicht möglich sein wird? Am Gründonnerstag erinnern wir uns an Jesus letztes Fest mit seinen Jüngern. Ihnen gab er den Auftrag sich bei jedem Mahl wieder an ihn zu erinnern, bis zum Wiedersehen im Reich Gottes. Wir alle hoffen auf ein schnelleres Wiedersehn und trotzdem ist die Erinnerung jetzt ein Ort, der gut tut.

Ihr Frank Schulte, Pastor

frank.schulte[at]ekir.de

 


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Lichtblick für den 8. April:

Bergamo

Bergamo in Norditalien ist vom Virus besonders heftig betroffen. Die Altstadt liegt auf einem markanten Berg. Dort oben angekommen läuft man durch ein wunderbares Viertel. Auf dem höchsten Punkt der Stadt steht der Dom mit einer Piazza davor. Zwei große Löwen bewachen den Eingang, genauso wie die gewaltige venezianische Festungsmauer rund um die Altstadt. Weil Löwen und hohe Mauern nicht immer reichen, sind da auch kleine Engel. „Siehe, ich sende mein Engel vor dir her“, sagt Gott in der Bibel. Die kleinen Engel werden weiter ihr Bestes tun.

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 7. April:

Sturm

 

Jesus sprach zu seinen Jüngern: „Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?“  Wir kennen sie, diese Geschichte von Jesus mit den Jüngern auf dem See Genezareth. Sie waren mit ihrem Fischkutter hinausgefahren. Plötzlich kam Wind auf. Bedrohlich peitschte der Sturm ihnen das Wasser ins Gesicht. Der Kahn drohte zu kentern. Und die Jünger bekamen es mit der Angst zu tun. Sie bangten um ihr Leben. Jesus - er schlief. „Wie kannst du bloß? Kümmert es dich denn gar nicht, dass wir untergehen?" So beten Menschen auch heute noch, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals steht, wenn ihr Leben ins Wanken geraten ist, wenn sie nicht mehr aus noch ein wissen. Aber Jesus gibt keine Tipps, keine guten Ratschläge. Er redet die Ängste nicht klein, ruft nicht zur Ordnung. Er ruft ins Vertrauen. „Fürchte dich nicht!" sagt er. „Mag sein, dass du nasse Füße bekommst. Aber glaube mir, vertraue nur: Du wirst nicht untergehen. Ich werde dich tragen. Vertraue nur: Ich bin da. Immer bin ich da."

Ihr Siegfried Pietzka, Prädikant

S.Pietzka[at]t-online.de


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Lichtblick für den 6. April:

Zeit für Erinnerungen

Gestern feierten wir Palmsonntag. Die vor uns liegende Woche ist die sogenannte Karwoche, die letzte Fastenwoche vor Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu. Durchlebt und gespürt haben wir diese Passionszeit 2020 alle, gefragt wurden wir nicht. Regelmäßiger als noch vor einigen Wochen betrachte ich mein Holzkreuz, verbunden mit vielen positiven Erinnerungen. Ich erwarb es in Liverpool in der dortigen größten anglikanischen Kirche Englands. Ein Olivenkreuz aus Israel. Als Familie verbrachten wir dort eine unvergessliche Osterzeit mit beeindruckenden Gottesdiensten. Oft nehmen wir uns keine Zeit um in Erinnerungen zu schwelgen – an Dinge, oder Zeiten zurückzudenken, die uns erfreuten. Diese Zeit haben wir jetzt!! Nutzen wir sie intensiv. Gott schütze Sie.

Ihre Astrid Rosenbaum-Foltin, Lektorin

Astrid.Rosenbaum-Foltin[at]ekir.de

 


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Lichtblick für den 5. April:

Lächeln

Im Home Office fehlt mir die Bewegung und so gehe ich nun abends öfter eine Runde joggen. Manchmal ist das Abstandsgebot in der Stadt gar nicht so leicht einzuhalten. Immer öfter müssen mein zufälliges Gegenüber oder ich in Hauseingänge, auf die Straße oder zwischen die parkenden Autos ausweichen. Und noch immer kommt mir das furchtbar unhöflich vor. Aber es hat sich etwas verändert in den letzten Tagen: Die Menschen blicken sich jetzt freundlich an, nicken sich zu, sagen ein „Danke“ in diesen Situationen. Nähe und Verständnis zwischen Unbekannten, gerade da, wo Distanz gewahrt werden muss. Ich hoffe, dass das auch bei der steigenden Verbreitung von Mundschutzen so bleibt. Vielleicht können wir – statt uns ein Lächeln zuzuwerfen – winken?


Ihre Birte Bernhardt, Vikarin

birte.bernhardt[at]ekir.de


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Lichtblick für den 4. April:

 

Geselligkeit neu lernen

Hunde lieben Geselligkeit. Sie sind überhaupt nicht dafür, dass sich die menschlichen Teile des Rudels immer wieder aus der Gemeinschaft entfernen. Hunde haben derzeit eine gute Zeit: Ihre Menschen sind viel zu Hause, sie sind nicht gehetzt und ständig schon mit dem nächsten Thema, dem nächsten Tag beschäftigt. Die ganz einfachen, aber sehr schönen Seiten des Lebens: Ruhe, Zusammensein, miteinander leben können wir derzeit erproben. Vergessen sollten wir sie auch nach dem Virus nicht. 

 

Ihr Stephan Weimann, Pastor

 

stephan.weimann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 3. April:

Wenn in diesen Tagen Nachrichten von Toten und Erkrankten über uns wie ein Tsunami hereinbrechen und uns in Ängsten und Sorgen zu ertränken drohen, dann kann der Glauben wie eine Fluchtburg sein, in die man sich zurückzieht, um innerlich zu überleben: „Eine Feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr und Waffen.“ (EG 362). Wer sich etwas intensiver mit dem Lied beschäftigt, wird feststellen, dass es gar nicht den Glauben als Rückzugsort besingt, sondern als Kraftquelle für Aufbrüche und Neuanfänge. Die meisten Menschen lebten nämlich zur Zeit Luthers nicht in der Burg, sondern unterhalb einer Burg, also außerhalb ihrer Schutzmauern. Dort galt es das Leben zu bestehen. Das, wofür die Burg steht, ist ein Lebensgefühl, das Dietrich Bonhoeffer später so formulierte: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag.“ Es ist die Glaubenszuversicht, die Kraft geben kann, sich auch in Zeiten von Corona nicht zurückzuziehen. Gerade in Berufen, in denen sich Menschen jeden Tag den Risiken einer Ansteckung stellen müssen, ist diese Kraftquelle wichtig, um durchhalten zu können.

Ihr Matthias Leithe, Pastor

matthias.leithe[at]ekir.de


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Lichtblick für den 2. April:

„Zwei oder drei“

 

„Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ In kirchlichen Kreisen kennt man das als Kanon oder aus der Bibel. Ich mache als Pfarrer in diesen Tagen eine widersprüchliche Erfahrung, die ich nicht auflösen kann: Zum Gottesdienst gehören für mich einerseits unbedingt die Menschen dazu, die mitsingen und das Vaterunser mitsprechen oder mir hinterher was zu meiner Predigt sagen. Andererseits erhalten wir auf unsere LiveStream-Gottesdienste am  Sonntagabend viele berührende und persönliche Reaktionen. Gottes Zusage funktioniert anscheinend auch beim Gottesdienst im Internet: „Da bin ich mitten unter ihnen."

Ihr Gert Ulrich Brinkman, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 1. April:

Singen

 

Singen ist super. Der Lehrer, der an meiner Schule den Chor leitete, hatte den Probenraum mit einer Reihe aufmunternder Sprüche versehen: „Wer singt, lebt glücklicher und gesünder“, war einer davon. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Spruch in den Jahren auf der weiterführenden Schule gelesen habe. Ich singe gerne, meine ganze Schulzeit war ich im Schulchor und in den Jahren darauf in verschiedenen Chören an meinen Wohnorten. Jetzt, in dieser einsamen Zeit, begleiten mich diese Worte und Melodien, die ich über die Jahre gelernt habe. Ich summe vor mich hin: „You raise me up“, „You’ll never walk alone“, ja selbst das schwedische Lied von der Sankta Lucia, der Lichterheiligen, derer am 13. Dezember gedacht wird. Ob Singen gesünder macht weiß ich nicht. Aber für ein paar Minuten ist die Welt angehalten. Mein Kopf steht wieder in der dunklen Kirche, in der wir das Weihnachtskonzert gesungen haben. Mein Kopf murmelt: „Licht bricht durch in die Dunkelheit.“

Ihre Birte Bernhardt, Vikarin                     birte.bernhardt[at]ekir.de


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Lichtblick für den 31. März:

 

Vaterunser


Trostworte jetzt und sonst? Für mich ist es letztlich immer wieder das Vaterunser: „Dein Wille geschehe.“

Wenn man selber nix mehr weiß, keine Worte findet, dann ist das mein Weg: Loslassen. Ohne Nachdenken oder gerade an jedem Wort hängen, ohne selbst formulieren müssen. Immer da.

 

andrea.rohe[at]arcor.de


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Lichtblick für den 30. März:

Wo bin ich?

Abendstimmung am Comer See. Fernweh. Wie lange wird es dauern, bis ich wieder mal da sein kann? Gedanken, die sicher immer wieder so manchem kommen. Auf der anderen Seite nutzen jetzt viele hier das schöne Wetter um mit der Familie oder Partnerin oder Partner Rad zu fahren oder zu wandern. Viele Fotos werden über die Messangerdienste ausgetauscht. Und oft wird gefragt: „Wo bin ich?“ Und dann kommen verschiedene Lösungsversuche.

„Wo bin ich?“, „Wo bist Du?“ sind die Grundfragen der Bibel. Und die Antwort Gottes lautet: „Ich bin da, ganz nah bei Dir!“

 

Ihr Frank Schulte, Pastor

 

frank.schulte[at]ekir.de


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Lichtblick für den 29. März:

Von guten Mächten

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag“, hat Dietrich Bonhoeffer 1944 im Gefängnis gedichtet. Bei diesen „guten Mächten“ könnte man an Gottes Engel denken. Für Dietrich waren es aber auch die Briefe, die er erhielt, seine Bücher und die Erinnerungen an seine Lieben. Man kann solche guten Mächte gerade auch erleben. Auch wenn unmittelbarer Kontakt oft nicht möglich ist: Durch Telefon und Skype, durch Bilder und Nachrichten auf WhatsApp sind manche von uns mehr mit ihren Freunden und der Familie verbunden als sonst -  und auf diese Art und Weise „von guten Mächten wunderbar geborgen“.

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor 

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 28. März:

 

Strahlend weiß, leuchtend, rein: Was für eine wunderschöne Kamelienblüte! Ich entdeckte sie auf einem meiner Spaziergänge während der letzten zwei Wochen. Licht, Sonne, Helligkeit, Wärme: Danach haben wir uns seit Wochen gesehnt und unsere menschliche Seele braucht dies.

Seit zwei Wochen ist unser alltägliches Leben aber auf den Kopf gestellt. In der Bibel sind dies die sogenannten Wüstenzeiten. Ausgezeichnet durch Entbehrungen und zuweilen Einsamkeit. Aber genau wie damals gibt es Lichtblicke. Zum Beispiel diese makellose Kamelie, an der ich zu anderen Zeiten achtlos vorbeigegangen wäre. Ich wünsche Ihnen solche Lichtblicke, die Sonne, Helligkeit und Wärme spenden. Bleiben Sie behütet. 

Ihre Astrid Rosenbaum-Foltin, Lektorin

 

Astrid.Rosenbaum-Foltin[at]ekir.de


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Lichtblick für den 27. März:

 

Keine bleibende Stadt

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ (Hebräer 13,14) Nächsten Sonntag wäre ich dran gewesen mit dem Gottesdienst in der Stadtkirche und der Vers ist Teil des Predigttexts. 2013 war er die Jahreslosung. Da fand ich ihn nett und er war eine schöne Anregung zu Gesprächen unter Theologiestudierenden darüber, wo man hoffte, einmal zu arbeiten. Zu anderen, gerade zu den richtig guten Zeiten klang er eher bedrohlich. „Denk dran, für immer ist das hier alles nicht.“ Heute bringt er etwas in mir zum Klingen, macht mich nachdenklich. Und ich weiß: Ganz egal, was gerade ist, bei Gott ist das vorläufig. Es ist nicht bei der Passion geblieben. Ostern schickt seine Strahlen voraus.

Ihre Birte Bernhardt, Vikarin

birte.bernhardt[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 26.3.:

An sonnigen Nachmittagen sieht man in der Stadtkirche ein besonderes Lichtspiel. Im glänzenden Taufbecken spiegeln sich die Farben der unmittelbaren Umgebung der Kirche. Licht wird reflektiert und weitergegeben.

In der Bibel sagt Jesus von sich: „Ich bin das Licht der Welt.“ Ein anderes Mal sagt er in einer Rede auf einem Berg den Leuten: „Ihr seid das Licht der Welt.“

Bei diesen sehr ähnlichen Sprüchen geht es auch um die Reflektion von Licht, dem Licht des Lebens. Das ist wichtig jetzt: Jede und jeder kann Licht widerspiegeln. Zum Beispiel, indem man Zuversicht und Gelassenheit mit anderen teilt: Per Chat oder mit einem Brief, in einer Mail oder am Telefon.

Ihr Gert Ulrich Brinkmann, Pastor

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


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Lichtblick für den 25.3.:

Insel Borkum 2019: „Deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen.“ (Psalm 108,5)

Dort am Strand konnte man es spüren und begreifen: Unendliche Weiten. Menschenleer! Dramatische Wolken. Entschleunigung. Wie habe ich die Ruhe damals herbeigesehnt und dann auch genossen.

Aber genau das auszuhalten, fällt vielen im Augenblick unendlich schwer. Sich darauf einzulassen, kann sehr wohltuend sein: Entschleunigung, Ruhe und Besinnung sind Schlüssel für Klärungen, Entwicklungen und Veränderungen. In Rückbindung an Gott können sie auch Quelle des Glaubens sein:

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ (Dietrich Bonhoeffer, 1944)  

Ihr Matthias Leithe, Pastor        matthias.leithe[at]ekir.de

 

 


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Lichtblick für den 24. März:

Sich besinnen

 

Etwas fehlt. Ich sitze am Frühstückstisch, lese die Zeitung. Draußen strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Ich lasse die Zeitung sinken. Ja - tatsächlich: Da fehlt etwas. Es ist vollkommen ruhig. Sonst fliegt alle paar Minuten ein Flugzeug über Tiefenbroich. Jetzt höre ich nichts mehr. Es ist wie im Urlaub. Andere Geräusche schieben sich in den Vordergrund: Das Räderrollen einer Mülltonne. Ein Vogel, der offenbar gerade Ärger mit einem Artgenossen hat. Endlich einmal Ruhe. Vielleicht besinnen wir uns ja doch noch auf ein Leben, das besser zu uns passt als Hetze, Lärm und Gestank. In Venedig sollen die Kanäle wieder klar sein - erstmals seit Jahrzehnten. Dort sollen sogar wieder Fische zu sehen sein.

Ich glaube, ich werde heute Abend eine Kerze aufstellen. Und ich möchte mir Zeit zum Gebet nehmen. Besinnung kann nichts schaden in diesen Tagen.

 

Ihr Stephan Weimann, Pastor

stephan.weimann[at]ekir.de


 

Lichtblick für den 23. März:

Verlassene Straßen – Leere – Ruhe.

Ratingens Luft am Morgen gleicht der eines Luftkurortes.

 

Als hätte es der Fastenkalender gewusst, lese ich von einer Frau aus der Gemeinde Worte aus dem Fastenkalender:

 

„Tage: Es muss Tage geben da nichts geschieht, da die Aufgaben wegfallen und keiner Buch führt darüber, was du getan oder nicht getan.“

 

Sie selbst schreibt weiter: „Vielleicht hat diese Krise ja auch viel Potential, weil man neue Gestaltungsmöglichkeiten und Perspektiven entwickelt, die wir ohne Krise vermutlich nicht finden würden.“

 

Ja, wirklich, bei aller Unfreiheit und aller Angst und allem Bedrückenden kann die Leere und die Ruhe neue Freiheiten aus sich hervorbringen.

 

Ihr Frank Schulte, Pastor

 

frank.schulte[at]ekir.de


Lichtblick für den 22. März:

Osterglocken

Im Wald treffe ich auf zwei Osterglocken.

Mutig stecken sie ihre Köpfe durchs Brombeergestrüpp, leuchten gelb und satt. Ich höre sie mir sagen: "Jetzt nur nicht abtauchen, sondern überlegen, was geht und sich einmischen, jeder und jede mit seiner Farbe."

Ich denke: "Stimmt - darum geht es: Farbe zeigen und Hoffnung machen. Heißen ja nicht umsonst Osterglocken, die gelben Leuchtblumen, erzählen vom Osterwunder."

Und kleine wie große Wunder brauchen wir doch jetzt.

Ihr Thomas Gerhold, Pastor

thomas.gerhold[at]ekir.de


 

Lichtblick für den 21. März:

Pestsäule

Mitten in Wien, auf der Kärntner Straße im 1. Bezirk, steht ein großes Bauwerk. An gewöhnlichen Frühsommertagen, wenn Einheimische und Reisende hier zu einer großen, nicht mehr allzu dynamischen Masse verschwimmen, steht sie ziemlich im Weg in der dieser prächtigen autofreien Zone, ganz unpraktisch für die Fußgängerströme. Die 21m hohe, sichtbar barocke Pestsäule ist ein Produkt des späten 17. Jahrhunderts. Geweiht wurde sie 1693, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende der lokalen Pestepidemie1679. Nachdem sie von Kaiser Leopold I. in Auftrag gegeben worden war, arbeiteten in den folgenden Jahren viele verschiedene Künstler und Handwerker an ihr mit. Seit mehr als 300 Jahren steht sie nun dort, mitten in der kleinen Metropole, mitten in Zentraleuropa. Im Alltag mag sie störend sein, Fußgängerwege behindern und auch nicht den Geschmack aller Vorübergehenden treffen. In Zeiten wie diesen jedoch kann ich ihr auch etwas Hoffnungsvolles abgewinnen. Sie zeigt mir, dass Menschen nicht den Mut verloren und der Krankheit etwas entgegensetzten. Dass physische Zusammenarbeit nach der Epidemie wieder möglich war. Dass die Zuversicht nicht verloren ging. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch Kraft und Zuversicht für die kommenden Wochen. Seien Sie behütet und bleiben Sie möglichst gesund.

Herzlich Ihre/Eure Birte Bernhardt

birte.bernhard[at]ekir.de

P.S. Und wenn Sie jetzt von einer Reise in die Kulturstadt träumen, dann klicken Sie einmal auf die Seite der Wiener Staatsoper. Jeden Abend, meist ab 19 Uhr, wird hier eine andere Aufführung aus der vergangenen Zeit im Livestream wiederholt, meist dem aktuellen Spielplan folgend. Heute Abend steht „La cenerentola“ bzw. Aschenputtel von Rossini auf dem Spielplan.

 

(Foto: Mirko Lipski-Reinhardt)

 

 


 

Lichtblick für den 20. März:

 

Wie das Leben siegt

Auch wenn es früh im Jahr ist: An der Stadtkirche beginnt die Magnolie zu blühen.

Wunderschön.

Das erinnert mich an das Kirchenlied:

„Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt.“

 

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de


Lichtblick für den 19. März:

Licht - nicht nur im Kühlschrank

Blick aus dem Fenster, endlich scheint die Sonne. Glücklich, wer in den Garten oder auf den Balkon kann, oder allein oder der Familie einen kleinen Spaziergang machen. Dabei die Frage im Kopf, wie lange das noch geht. Ja, unterwegs kommen die Zweifel: Ist das jetzt richtig oder notwendig? Und die Frage, wie lange das noch so geht. Sich darüber hinwegtrösten, Perspektiven entwickeln und in die Zukunft schauen ist jetzt wichtig. 1991 veröffentlichte Udo Jürgens das Lied „Im Kühlschrank brennt noch Licht.“ Für ihn Worte des Trostes und immer wieder als solches aufgegriffen. Dabei weiß ja jeder, dass das Kühlschranklicht ausgeht, wenn die Tür zu ist. Und doch ist es wichtig zu wissen, dass es ein Licht gibt. Für die Bibel ist dieses Licht das Wort Gottes, wie es im 119. Psalms heißt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ Auch dafür wäre jetzt Zeit, die Bibel aufschlagen und nach Trostworten suchen. Vielleicht schicken Sie mir mal Ihr persönliches Trostwort. Auch ich würde mich darüber freuen.

frank.schulte[at]ekir.de

 


Lichtblick für den 18. März:

HANDELN

Viele Menschen sind gerade in großer Sorge: Wir sorgen uns um die Gesundheit von uns selbst, von Angehörigen, Freundinnen und Freunden, von uns unbekannten Menschen. Viele Menschen haben jetzt gerade auch große berufliche und finanzielle Sorgen: Werde ich nächsten Monat noch eine Arbeit haben? Wovon soll ich leben, wenn mein Geschäft jetzt zwangsweise geschlossen ist, wenn die Aufträge wegbrechen? Wie soll es weitergehen mit den Kindern, die jetzt plötzlich keine vertraute Tagesstruktur haben? Wie kommen die Freundinnen aus dem Urlaub nach Hause, den sie noch vor zwei Wochen so fröhlich angetreten haben? Wie soll das gehen, auf unbestimmte Zeit so viel Zeit wie nur möglich alleine zu verbringen?

Die Lage ist noch frisch, Erfahrungswerte fehlen, auf viele Fragen gibt es noch keine Antworten. Und vermutlich braucht es auch noch Zeit, bis es Antworten gibt, bis eine neue Tagesstruktur gefunden ist, bis die Bundesregierung Menschen wieder nach Hause gebracht hat.

Handeln ist gerade nur sehr begrenzt möglich. Aber da, wo gehandelt werden kann und wird, sehe ich viel Ermutigendes: Nachbarinnen und Nachbarn, die ansonsten kaum miteinander sprechen, organisieren plötzlich Einkaufsgemeinschaften, sodass nicht mehr alle – und schon gar nicht die besonders Gefährdeten – ständig einen Supermarkt betreten müssen. Menschen bestellen etwas zu essen bei ihrem Lieblingslokal, das sie gerade nicht besuchen können, um dort wenigstens ein bisschen Umsatz zu ermöglichen. Bekannte gehen Blut spenden, damit Menschen, die auf Blutprodukte angewiesen sind, sie auch in turbulenten Zeiten weiter bekommen können. Freundinnen und Freunde, die sich lange nicht mehr gesehen haben, nutzen die Zeit, sich wieder einmal anzurufen.

In diesem Sinn kann ich mich Gert Ulrich Brinkmann und seinem gestrigen Lichtblick nur anschließen: „Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2Tim 1,7). Ich wünsche Ihnen, dass Sie jetzt diesen Geist spüren können.

Herzlich Birte Bernhardt

birte.bernhardt[at]ekir.de

 


Lichtblick für den 17. März:

Mein Lieblingsspruch aus der Bibel heißt im Moment: Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ Das steht so im Neuen Testament (2. Timotheus 1,7).

Um uns herum regiert zurzeit die Furcht. Keiner weiß, was noch auf uns zukommt. Darum kann man den Geist der Furcht auch nicht wegpusten wie eine lästige Fliege auf der Nase. Man kann aber hin und wieder tief durchatmen. Luft, Atem, spirit, Geist – alles hängt zusammen. Also einmal den Atem fließen lassen! Und siehe da: Es gibt noch einen anderen Geist. Der ist schon da, ein Bonus von Gott: Kraft, Liebe und Besonnenheit.Was das heißt, muss man nicht erklären.

Es grüßt Sie Pfarrer Dr. Gert Ulrich Brinkmann.

gertulrich.brinkmann[at]ekir.de