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Interview mit Jacques Tilly

MENSCHLICHKEIT WEITERMACHEN

Die Kirchen gratulieren mit Jacques Tilly zum 750. Geburtstag

 

Was machen die Kirchen im Jubiläumsjahr? Die Antwort wird jetzt klar: Katholische und evangelische Kirche haben sich zusammengetan und überlegt. Schnell war den Pastoren Daniel Schilling und Thomas Gerhold klar, dass man mit einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Marktplatz einen Akzent setzen will. Der gemeinsame Gottesdienst aus dem Lutherjahr 2017 mit den wandernden Kirchtürmen, die Hand in Hand über den Markt gingen, ist vielen Ratingern noch positiv in Erinnerung. Die Kirchen suchten sich im Jubiläumsjahr einen prominenten Partner, den Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly, der mit seiner klaren Haltung gegen Gewalt und Krieg und für Demokratie und Menschlichkeit ein Vorbild in unserer Zeit ist. Tilly hatte im Coronajahr 2020 für die Friedenskirche bereits einen international beachteten Weihnachtswagen gebaut, den das Haus der Geschichte NRW später übernahm.

Im Mai saßen die Pastoren zusammen mit dem Kommunikationsspezialisten Thorsten Ruhnau, der die Kirchen ehrenamtlich unterstützt, bei Tilly in der Wagenhalle und erste Entwürfe wurden skizziert. Daraus entstand die Idee für ein dreiteiliges Bühnenbild, das auf der Vorderseite gut lesbar das Thema des Gottesdienstes nennt „MENSCHLICHKEIT WEITRERMACHEN“. Auf der Rückseite hat Tilly drei Aspekte auf seine besondere Art umgesetzt, die verdeutlichen, wie das gelingt, nämlich durch „mehr glauben“, „mehr miteinander“ und „mehr wagen“. „Mehr wagen“ ist auch das Motto des von Putin geächteten Künstlers. Bei der Umsetzung nutzte Tilly die Ratinger Legende, die davon erzählt, dass dem heiligen Suitbertus beim Versuch die Stadt zu missionieren, der Daumen am Stadttor geklemmt wurde und seitdem zur Strafe, alle Ratinger Kinder mit einem „plattem Daumen“ zur Welt kommen.

Der echte Ratinger Daumen bei Tilly steht in der Mitte. Er zeigt nach oben und steht für „Menschlichkeit weitermachen“. Damit das gelingt, müsse alle mitmachen, den Daumen „aufpumpen“, so dass ihm die Puste nicht ausgeht. Zu sehen sind rechts und links die Turmfiguren der Kirchen (Hahn und Trompetenengel links) sowie der Ratinger Löwe (rechts), die sich mächtig anstrengen und „pumpen“.

Zusammen mit viel Musik laden die Kirchen die ganze Stadt ein zum Ökumenischen Gottesdienst, Sonntag, 20. September, 11.00 Uhr. Live ist der Gottesdienst auch auf dem YouTube-Kanal der Friedenskirche zu sehen.

Bei Regen findet alles in St. Peter und Paul statt. 

Die beiden Pastoren sind sich sicher

„Eine gute Botschaft und ein fröhlicher Gottesdienst mit viel Musik erwartet uns!“